Krokodrillo
von Giovanna Zoboli / Mariachiara di Giorgio
Rezension von Detta Schütz

Krokodrillo ist ein anspruchsvolles textfreies Bilderbuch voller Überraschungen und spannender Details. Es befinden sich unterschiedlich viele Abbildungen auf den einzelnen Seiten. Einige Zeichnungen sind recht klein und es sind bis zu fünf Bilder auf einer einzelnen Seite angeordnet. Andere Illustrationen erstrecken sich über eine ganze Doppelseite. Wir begleiten ein Krokodil, das sich wie ein Mensch verhält, einen ganzen Morgen über: Die Geschichte beginnt, als das Krokodil noch träumend im Bett liegt. Der Wecker klingelt und es wird nun jede einzelne Aktivität des Krokodils gezeigt: Aufstehen, Toilettengang, Zähneputzen, Krawattenwahl, Frühstück...

Das Krokodil verlässt das Haus und legt einen längeren Weg zurück, unter anderem mit der U-Bahn. Dabei interagiert es selten mit den vielen Personen, von denen es umgeben ist. Die Anonymität der Großstadt beherrscht die Atmosphäre des Buches. Für Kinder, die nicht in einer größeren Stadt leben, sind viele der abgebildeten Dinge sicherlich nicht vertraut und können besprochen werden. Kennst du die U-Bahn? Bist du selbst schon einmal damit gefahren? Warum reden die Menschen, die sich in den Straßen und der U-Bahn begegnen, nicht miteinander? Welche Transportmittel gibt es noch in der Stadt?

 

Besonders spannend ist, dass auf mehreren Zeichnungen andere Tiere zu entdecken sind, die sich – ebenso wie unser Krokodil – wie Menschen kleiden und verhalten. Sie scheinen einfach zur Gesellschaft dazuzugehören. Umso überraschender ist das Ende des Buches, an dem das Krokodil seine Arbeitsstelle erreicht. Raten Sie mal, wo das Krokodil arbeitet und was es dort tut?

 

Das Bilderbuch Krokodrillo ist aufgrund des anspruchsvollen Handlungsverlaufs und der detaillierten Bilder eher für sprachlich gut entwickelte Kinder zu empfehlen Es eignet sich sehr gut zur dialogischen Bilderbuchbetrachtung und bietet viele Erzählanlässe. Zu einzelnen Bildern kann auch mit Kindern, die am Anfang ihrer Erzählfähigkeit stehen, ein Gespräch initiiert werden. Indem die Erzählung von einer erwachsenen Person eingeleitet wird (beispielsweise mit den Worten: Es war einmal ein Krokodil...) und die Kinder dazu aufgefordert werden, die Geschichte fortzusetzen, kann die Vergangenheitsform Präteritum geübt werden. Wenn die Kinder diese Vergangenheitsform noch nicht beherrschen, kann die erwachsene Person unterstützen und das Präteritum immer wieder als korrektives Feedback anbieten.

 

Kind: Das Krokodil ist aufgewacht.

Vorleser*in: Genau, das Krokodil wachte auf. Und was tat es dann?

 

Erscheinungsjahr 2018; Bohem Press; ISBN: 978-3-95939056-9  


 

 

 

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